Es ist immer ein schwerer Schlag, wenn einen die Nachricht erreicht, dass ein langjähriger Freund und Wegbegleiter für immer gegangen ist.
Mit großer Trauer erhielt ich von seinem Sohn Steven Lange die Nachricht, dass ZTM Ronald Lange am 24. Juli 2026 im Alter von nur 62 Jahren verstorben ist.
Mit Ronald Lange verliert die deutsche Zahntechnik nicht nur einen außergewöhnlichen Zahntechnikermeister und erfolgreichen Unternehmer, sondern vor allem einen Menschen, der Generationen geprägt, inspiriert und mit seiner offenen Art viele Freundschaften geschlossen hat.
Ich durfte Ronald vor vielen Jahren bei einem Fotovortrag in Saarbrücken kennenlernen, den ich gemeinsam mit Heimerle + Meule durchführen durfte. Während meines Vortrags zeigte ich das Imagevideo meines Dentallabors und fragte die Teilnehmer, ob sich bereits jemand mit diesem Thema beschäftigt habe.
Ronald meldete sich sofort zu Wort und sagte mit einem Lächeln: „Ich habe ebenfalls ein Imagevideo.“
Genau dieser kurze Moment war der Beginn einer Freundschaft, die viele Jahre bestehen sollte.
Noch am selben Abend lud mich Ronald an seinen Tisch ein. Aus einem ersten Gespräch wurden intensive fachliche Diskussionen, aus gegenseitigem Respekt entstand Vertrauen – und schließlich eine enge persönliche Freundschaft.
Mehrfach durfte ich in seinem Labor Inhouse-Fotokurse für seine Kunden durchführen. Diese Veranstaltungen waren hervorragend organisiert und bis ins kleinste Detail vorbereitet. Ronald verstand es wie kaum ein anderer, Fortbildung mit Gastfreundschaft zu verbinden. Nach einem intensiven Seminartag klangen die Abende bei gutem Essen, einem Glas Wein und vielen inspirierenden Gesprächen aus. Genau diese Begegnungen machten seine Veranstaltungen so besonders.
Dort lernte ich auch seinen Sohn Steven kennen. Schon damals kümmerte er sich mit großer Aufmerksamkeit um mich als Referent – eine Herzlichkeit und Wertschätzung, die mich tief beeindruckte. Ich sagte Ronald damals, welch außergewöhnlichen Sohn er habe.
Seine Antwort werde ich nie vergessen:
„Für uns ist es selbstverständlich, dass sich der Gastgeber auch um seinen Referenten kümmert.“
Dieser Satz beschreibt die Familie Lange wohl besser als viele Worte.
In den folgenden Jahren durfte ich Ronald immer wieder bei Laborveranstaltungen begleiten und über diese berichten. Unser fachlicher und persönlicher Austausch riss nie ab. Wir verstanden uns ausgezeichnet, weil wir viele Werte teilten. Beide waren wir Unternehmer mit Leidenschaft. Sein Labor war zwar deutlich größer als meines, doch unsere Begeisterung für Innovation, Qualität und die Zukunft der Zahntechnik verband uns.
Unser letztes persönliches Treffen fand 2023 in Köln bei einer Abendveranstaltung statt. Dort konnte ich Ronald mein neues Herzensprojekt vorstellen – DKW – Dentale Kommunikation Weisser. Er hörte aufmerksam zu, stellte viele Fragen und freute sich ehrlich über den neuen Weg, den ich eingeschlagen hatte.
Wir vereinbarten, uns bald wieder zu treffen. Leider sollte es aufgrund seiner gesundheitlichen Situation nicht mehr dazu kommen.
Auf der IDS 2025 traf ich Steven und seine Mutter Rosella Lange wieder. Auf meine Nachfrage nach Ronald erhielt ich die beruhigende Antwort, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe. Umso mehr traf mich nun die Nachricht seines Todes.
Ronald Lange war weit mehr als ein erfolgreicher Laborinhaber. Er war Familienmensch, Unternehmer, Visionär und ein echter Vordenker. Schon früh erkannte er die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor. Seine Fotokurse mit seinen Kunden waren Ausdruck dieser Überzeugung: Wissen teilen, gemeinsam lernen und dadurch die Qualität der Zusammenarbeit verbessern.
Er gehörte zu den Menschen, die nie stehen blieben. Sein Blick reichte stets weit über den dentalen Tellerrand hinaus. Er dachte voraus, entwickelte neue Ideen und hatte den Mut, diese konsequent umzusetzen. Genau das machte ihn zu einem der prägenden Unternehmer unserer Branche.
Noch im vergangenen Herbst erhielt ich von Steven Lange eine Anfrage für eine weitere gemeinsame Veranstaltung. Leider ließ sich diese aus terminlichen Gründen nicht mehr realisieren. Heute bedauere ich sehr, dass wir diese Gelegenheit nicht mehr nutzen konnten.
Mit Ronald Lange verliert die Zahntechnik einen außergewöhnlichen Kollegen, einen Ideengeber und einen Menschen, dessen Handschrift weit über sein eigenes Labor hinaus sichtbar bleibt.
Ich persönlich verliere einen guten Freund.
Lieber Ronald,
du hast Spuren hinterlassen – fachlich wie menschlich. Deine Leidenschaft, deine Herzlichkeit, deine Gastfreundschaft und deine Begeisterung für unsere Branche werden unvergessen bleiben.
Wir werden dich sehr vermissen.
Ruhe in Frieden.
Wolfgang Weisser ZTM
29. Juli 2026